Ferocactus flavovirens
Beschreibung:Körper: Einzeltriebe 30 bis 40 cm hoch und 20 cm breit, hellgrün. kugelig bis keulig. Im Alter stark verzweigt und große Haufen bildend, manchmal über 2 m im Durchmesser und nahezu 1 m hoch. Rippen 13, (11-14), scharf, 3,5 cm tief, vertikal, nicht höckerig. Areolen oval. 1,5 cm lang und 8 mm breit, leichten grauen Filz tragend, der letztlich verschwindet, an den Rippen ziemlich entfernt stehend, der Abstand beträgt 2 bis 4 cm. Dornen gelbbraun oder grau, nadelig, drehrund; Mitteldornen 4 bis 6, strahlend, der unterste Mitteldorn nach abwärts gerichtet; länger als die anderen, bis 8 cm lang; Randdornen 12 bis 20, strahlend, die unteren wie die mittleren, aber die oberen manchmal heller gefärbt, borstenartig und gelegentlich gedreht.
Blüten gelb oder orangerot bis hell magentarot, an den jüngsten Areolen der Rippen und damit im Zentrum des Körpers, etwa 3,5 cm lang, in Wolle gebettet
Frucht eiförmig, rosenfarbig bis rot, 28-30 mm lang und 18-20 mm breit und mit den langen, federartigen, braunen, gewimperten Grannenschuppen des Pericarpells in Reihenlinien bedeckt. Die Fruchtwand ist rot und fleischig, 2 mm dick, das Innere von einer weichen, saftigen, roten, oder hyalinen, sauren Pulpa erfüllt, die zerstreut Samen enthält. Das Perianth ist bleibend, auch mit Schuppen bedeckt; der vertrocknete Perianthrest etwa 2 cm lang.
Samen klein, 1,0-1,3 mm lang, dem bloßen Auge schwarz erscheinend, vergrößert und bei starkem Licht dunkel rotbraun, mit feiner polygonaler Skulpturierung. Wie bei Ferocactus robustus sind nur die radialen Zellwände der Testa mehr oder weniger stark verdickt, die Testa erscheint dadurch unregelmäßig netzig strukturiert. Oberhalb des etwas vorstehenden, seitlichen Hilums hat der Samen einen kurzen Kiel. Das Mikropylarloch liegt dicht neben dem breiten Hilum. Das Perisperm ist klein aber deutlich. Der Embryo ist etwas gebogen und gleicht auch in den ziemlich ansehnlichen oval dreieckigen Keimblättern dem anderer Arten der Gattung.
Verbreitung: Oaxaca, Tehuacán, Zapotilán de Salinas
Kultur: Die gelbgrünen Pflanzen dieser Art sind eher unscheinbar und daher in unseren Sammlungen nur selten vertreten. In der Kultur verlangen sie hohe mittlere Temperaturen und eine wärmere Überwinterung als die meisten anderen Kakteen. Das Substrat sollte etwas Kalkanteil besitzen. Die Pflanzen wachsen äußerst langsam und blühen praktisch nie. Erst nach vielen Jahren beginnen sie von unten her zu verkorken, zu sprossen und die typischen Polster zu bilden. Spätestens dann benötigen sie Platz und eventuell eine freie Auspflanzung. Diese Art ist besonders empfindlich gegen jede Behandlung mit Phosphorinsektiziden. Man sollte auch jeden Schock für die Pflanze vermeiden (z.B. kaltes Überbrausen, starke Licht- und Temperaturwechsel).
Anmerkungen: Der Artrang dieses Taxons ist wohl begründet. Es gibt keine Zweifel an seiner Berechtigung.
Es ist außerordentlich interessant, dass es zwei polsterförmig wachsende Ferokakteen gibt und diese sich praktisch das gleiche Verbreitungsgebiet teilen. Ferocactus favovirens und Ferocactus robustus sehen sich auch äußerlich so ähnlich, dass sie immer wieder verwechselt werden, und doch besitzen sie ganz unterschiedliche Blüten, Früchte und Samen. Die Körper sind übrigens an der Rippenzahl sehr leicht auseinander zuhalten. Ferocactus robustus hat fast immer nur 8 Rippen. Von den beiden Arten ist Ferocactus flavovirens in höheren Lagen, etwa in den Kalksteinbergen bei Zapotilan der häufigere, während in den Niederungen bei Tehuacan Ferocactus robustus weit zahlreicher auftritt. Da man annimmt, dass es sich hier um die ursprünglichsten, noch am wenigsten spezialisierten Arten handelt, die den Ausgangspunkt für jeweils eine eigene Untergattung bilden, wäre es gut möglich, dass sie ihrerseits auf einen gemeinsamen Ahnen zurückzuführen sind. Der einmalige Polsterwuchs ist sonst bei keinen großen Kugelformen in dieser Ausprägung zu finden. Lediglich Ferocactus echidne und Ferocactus pilosus bilden im Alter größere Gruppen, ebenso Echinocactus polycephalus und xeranthenioides. Bei diesen Arten kann man aber nie diese großen Haufen mit Hunderten von Köpfen finden.
Die Dornen dieser Art sind besonders steif, abstehend und außerordentlich spitz. Die Blüten besitzen den für viele Ferokakteen typischen Haarkranz zwischen Staub- und Blütenblättern. Gerade in letzter Zeit wurden mehrere gute Farbaufnahmen blühender Pflanzen veröffentlicht, die eine große Variation in der Schattierung der rötlichen Blütenfarbe erkennen lassen. Die dichtbeschuppten Früchte ähneln übrigens sehr den Früchten von Ferocactus recurvus, der mit dieser Art am gleichen Standort vorkommen kann.