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 Ferocactus haematacanthus


Beschreibung:

Körper einfach, selten infolge von einer Scheitelverletzung verzweigt, kugelig bis zylindrisch, 30 bis 120 cm hoch, 26 bis 38 cm im Durchmesser, grün, Scheitel eingesenkt, reit weißem Filz bedeckt, der in jüngeren Areolen gebildet wird.

Rippen 13 bis 27, tief eingeschnitten, scharf, 40 bis 50 mm hoch, die Kanten 45 bis 65 mm auseinander, gewöhnlich gerade, selten gebogen oder gar spiralig, an den Rändern leicht wellig. Areolen an alten Pflanzen gewöhnlich zusammenfließend, von Mitte zu Mitte etwa 16 bis 23 mm entfernt, bei jungen Pflanzen nicht zusammenfließend, sondern bis etwa 40 mm voneinander getrennt, an alten Pflanzen ellipsoidisch, 16-24 mm lang und 5-8 mm breit und nie ganz nackt. Während die jungen Areolen von feiner, gelblicher, etwa 15 mm langer, seidiger Wolle, die mit der Zeit schwindet, bedeckt sind, wird diese an älteren Areolen elfenbeinfarben, später bleibt nur ein 2.5-3,5 mm langer Filz, der mehr und mehr grau und an ganz alten Areolen nahezu schwarz wird. Auch sehr alte Areolen behalten Reste dieses schwärzlichen Filzes.

Dornen,  gewöhnlich 6, selten auch 7 Randdornen, alle aufgerichtet, 2 obere abgeflacht, biegsam, intensiv ­ rot an der Basis und gelb an der Spitze, 25 bis 35 mm lang. 2 seitliche abgeflacht, biegsam, weißlich oder an jungen Areolen leicht gelblich, 25 bis 39 mm lang. 2 untere, selten auch 3, abgeflacht, bieg­sam, intensiv rot an der Basis und gelb an der Spitze, 20 bis 29 mm lang. All diese mit der Zeit weißlich und bräunlich erscheinend. Mitteldornen 4, aufgerichtet, kreuzförmig angeordnet, der obere pfriemenförmig, stark gläsern, gerade oder an der Spitze leicht gekrümmt, von blutroter Farbe und ­mit gelber Spitze, quergeringelt, 40 bis 68 mm lang; der untere auch pfriemenförmig, hornartig gekrümmt, stärker als der obere, auch blutrot mit gelber Spitze, quergeringelt, manchmal auch leicht seitlich abgeflacht, unter dem Mikroskop weißliche Flecken zeigend, 44 bis 80 mm lang und ca. 2 mm Durchmesser an der Basis. 2 seitlich-mittlere Dornen von gleicher Art, aber unterschiedlich ­stark, 30 bis 55 mm lang und mit 1,2 mm Durchmesser an der Basis, auch blutrot mit gelben Spitzen. Alle ändern im Laufe der Zeit ihre lebhafte Färbung und werden strohfarben und schließlich braun­schwarz.

Blüten, die im oberen Teil junger Dornenareolen in einem Kranz in der Nähe des Scheitels ­gebildet werden, sind glockenförmig, 60-70 mm lang und haben einen Durchmesser von 25 bis 30 mm in ihrem mittleren Teil. Die obere Blütenkrone breitet sich bei starkem Licht in der Mittags­zeit zu einem Durchmesser von 58 bis 68 mm aus; die Spitzen der äußersten Segmente sind in die­sem Zustand sogar etwas zurückgekrümmt. Die Perianthsegmente sind in spiraligen Serien angeord­net. Die äußersten sind eiförmig oder eilanzettlich, leicht spatelig, bis 18 mm lang und 8 mm breit.

An verschiedenen Exemplaren wurden 2 Blüten in einer Areole festgestellt. Die Blütezeit liegt zwischen März und Mai, die Fruchtreife zwischen Oktober und November.

Frucht oval oder eiförmig, intensiv purpurn, 22 bis 35 mm lang und 14 bis 27 mm breit, mit klei­nen Schuppen in 5-8 spiraligen Serien bedeckt, welche die Frucht nicht gänzlich verhüllen. Form der ­Schuppen verkehrt eiförmig, stachelspitzig, an der Basis 3 bis 6 mm, Ränder heller, creme- bis zar­trosa Färbung, der mittlere Teil der Schuppen von der gleichen intensiven Pupurfarbe wie die übrige ­Frucht. Die Perianthsegmente verbleiben an der Frucht, bis diese sehr reif ist.

Samen zahlreich, klein, bis 1,8 mm lang, schwarz, Testa gegrubt.

Verbreitung: Vera Cruz, Kalksteinhügel zwischen Esperanza, Puebla und Cumbres de Acultzingo, 

Kultur:  Die Art scheint nicht sehr schwierig zu sein, bildet jedoch im europäischen Klima wesentlich schwächere Dornen aus. Da die Pflanzen in Sammlungen noch ziemlich selten zu sehen sind, lassen sich auch noch keine großen Erfahren in der Kultur ableiten. Die Art kommt in der Heimat auf Kalk­hügeln vor. ein Umstand, der in der Kultur vielleicht berücksichtigt werden sollte. Eine Vermehrung aus Samen ist sehr leicht und lohnend.

Anmerkungen:  In den späten 60-er Jahren war diese Art häufig als "Ferocactus jalapensls" im Handel. Besonders in Form von Samen. Die Stadt Jalapa liegt im Staate Vera Cruz und ihre Umgebung stellt vielleicht ­einen weiteren Standort dieser Art dar.


 Ferocactus haematacanthus  Bravo 1935


Synonyme:

- Echinocactus electracanthus haematacanthus  Monville 1846

- Echinocactus haematacanthus  Monville 1853

- Echinocactus gerardii  Weber 1896

- Ferocactus jalapensis  Shurley 1965

- Ferocactus neohaematacanthus  Ito 1981                                                                                                                         

Ferocactus haematacanthus © Manfred Figge
Ferocactus haematacanthus © Manfred Figge
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