Ferocactus rectispinus
Beschreibung:
Körper einfach, kugelig bis zylindrisch, bis 1,5 Meter hoch und 45-50 cm Durchmesser. Rippen ca. 21, höckerig, tief manchmal etwas gedreht oder spiralig.
Areolen groß, 3 cm lang und 1 cm breit, der dornenlose Bereich oval, oberhalb desselben eine Ausbuchtung mit einigen bleibenden Nektar-Drüsendornen, die jungen Areolen tragen grauen Filz.
Dornen alle gerade, rötlich oder rot und gelb gefleckt, 1 Mitteldorn, aufrecht, 9-25 cm lang und 2,5 bis 5 mm breit, manchmal am Ende leicht gebogen. Randdornen 7-9, wie der Mitteldorn, aber nur 1,5-6 cm lang, die 3 oberen Randdornen manchmal länger als die unteren.
Blüten 5 bis 6 cm lang, 7 bis 8,5 cm im Durchmesser, hellgelb, im Schlund etwas rötlich oder orange.
Frucht gelb, fleischig, 3,5 cm lang und 2,5 cm breit, 7 cm lang einschließlich des bleibenden vertrockneten Perianths; Ovarium mit breiten, braunen, gewimperten Schuppen bedeckt, die Basalpore nicht öffnend.
Samen schwarz, etwa 2-2,2 mm lang und 1,5 mm breit, mit kleinen runden oder ovalen Eindrücken gegrubt, nicht genetzt, Hilum klein, rund, endständig.
Verbreitung: von San Ignacio östl. bis in die Sierra Sta. Clara, nördl. bis Commondu und südl. über Loreto, Nopoló, Puerto Escondido, Baja California, Mexico. Auf vulkanischen Felsen, von Meeresniveau bis auf ca. 1600 m.
Kultur: Im Gegensatz zu Ferocactus emoryi wächst diese Art in der Kultur relativ rasch und bildet ihre prächtigen, langen Dornen vielleicht nicht gerade so schön wie am Standort aus, aber doch immerhin bis zu einer beeindruckenden Länge. Allerdings ist es äußerst schwer, reines Saatgut zu bekommen. Die meisten Samen Herkünfte spalten bei der Aussaat sehr stark auf und liefern ziemlich untypische Pflanzen, die dann überwiegend den genetischen Einfluss von Ferocactus peninsulae erkennen lassen. Diese hybridogenen Pflanzen sind nach Herrn Ungers Überzeugung korrekt als Ferocactus x californicus (Cels ex Labouret) Britton et Rose zu bezeichnen, doch gibt es für diesen alten Namen bisher leider noch keinen Neotypus. Standorte, die einen genetischen Einfluß von Ferocactus peninsulae nicht aufweisen, waren bisher für Sammler schwer erreichbar, daher sind typische Pflanzen in den Kulturen ziemlich selten. Die Kulturansprüche sind die gleichen wie etwa für Ferocactus peninsulae.
Ferocactus rectispinus ist eine Art, die in ihrer Heimat gewöhnlich nur steile Felsstandorte bevorzugt.
Anmerkungen: N.P.Taylor behandelte diese Art als Varietät von Ferocactus emoryi, und tatsächlich sind verwandtschaftliche Beziehungen zwischen beiden unverkennbar. Das Taxon Ferocactus rectispinus weicht jedoch deutlich durch mehrere Merkmale ab und wird durch den kalifornischen Golf völlig von Ferocactus emoryi getrennt und isoliert. Die adäquate Einstufung wäre im Range einer Subspezies von Ferocactus emoryi gewesen.
Ganz ähnlich und praktisch im gleichen Verhältnis zueinander stehen jedoch auch Ferocactus wislizeni und Ferocactus peninsulae. Belässt man diese beiden als getrennte Arten so müssen Ferocactus emoryi und Ferocactus rectispinus konsequenterweise ebenso behandelt werden und getrennte Arten bleiben.