Ferocactus recurvus
Beschreibung:
Körper einfach, kugelig bis kurz zylindrisch, gewöhnlich weniger als 40 cm hoch, aber manchmal doch bis 1 m hoch und 35 cm dick, große Exemplare öfters niederliegend.
Rippen gewöhnlich 13-16, öfter spiralig gestellt, höckerig, dunkelgrün. scharf und manchmal wellig. Areolen im dornentragenden Teil kreisförmig, bis 1,5 cm lang und breit, mit einer darüber liegenden, abgestutzten blütentragenden Zone, die an älteren Rippen vom nächsten darüber liegenden Höcker verdeckt wird; junge Areolen tragen gelbbraunen Filz, welcher später grau wird.
Dornen grau-rot bis hornfarbig; Mitteldornen 4, die 3 oberen gerade, aufsteigend, geringelt, seitlich abgeflacht, bis 4 cm lang und 2,5 mm breit; der untere Mitteldorn am Ende gebogen oder gehakt, ausgestreckt oder manchmal abwärts gerichtet, viel länger und breiter, bis 5 oder 6 cm lang und 7 mm breit, stark geringelt und manchmal im Querschnitt konkav; Randdornen 5-7, strahlend, gerade oder leicht gekrümmt, abgeflacht oder drehrund, geringelt, kürzer als die mittleren.
Blüten wein- oder purpurrot, oder auch distelfarbig, schmalglockig, 5 cm lang und 2,5 cm breit, im Dezember oder Januar erscheinend; Schuppen des Ovariums dreieckig, 2-3 mm lang und breit, purpurn mit weißen, harthäutigen, gewimperten Rändern, dachziegelig in Spiralen und in die äußeren Perianthseamente übergehend, diese purpurn mit weißen, gefransten Rändern und spitzen Enden.
Da die Pflanzen ihre Knospen meist sehr spät im Jahr entwickeln, kommt es nur äußerst selten zu einer Blütenentfaltung, die dann etwa in die Weihnachtszeit fällt. In günstigen Lagen, z.B. im Tessin (Südschweiz) können aber auch schon im Oktober regelmäßig Blüten erwartet werden.
Frucht rot oder gelb, säulig, während der Reife auf 5 - 8 cm Länge und 2 cm Breite sich ausdehnend, bedeckt mit spiralig angeordneten, gewimperten, harthäutigen, dreieckigen Schuppen. Samen sehr klein, rötlich-braun, bis 1,25 (1,75) mm lang, 0,6 mm breit und 0,4 - 0,5 mm dick: die glänzendbraune Testa mit kleinen, tiefen, länglichen Löchergruben bedeckt, die sie völlig durchbohren können; Hilum klein, oval, braun.
Verbreitung: Mexico: Puebla, Vera Cruz, Michoacan, Oaxaca und die var. greenwoodii bei Tehuantepec
Kultur: In unserer mitteleuropäischen Kultur verlangt der Artkomplex besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der Überwinterung. Temperaturen unter 10 Grad C werden nur schlecht vertragen und führen häufig zu rostgelben Flecken. Eine gute Bedornung lässt sich nur bei guter Nährstoffversorgung (auch etwas Kalkbeigabe) und direkter Sonneneinstrahlung, d.h. ohne Glas, erreichen. Im Frühjahr Vorsicht vor Verbrennungen. Das natürliche langsame Wachstum darf nicht dazu verleiten, es mit unnötigen Wassergaben beschleunigen zu wollen. Samenaufzucht ist leicht und lohnend.
Anmerkungen: Bei Ferocactus recurvus handelt es sich um den ältesten Namen aller bekannten großen Kugelformen aus Nordamerika.
Die var. greenwoodii unterscheidet sich durch eher runde Dornen, anstelle der für die Art typischen flachen Bedornung, und gelbe Blüten.